Es ist Zeit zu handeln!

 

Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlage. Wir wissen heute, dass wir zum Großteil selbst für dieses Dilemma verantwortlich sind – und stoßen täglich rd. 100 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre aus!

Wir wissen auch, was dagegen zu tun wäre. Und dennoch scheint es uns Menschen nicht zu gelingen, das Problem richtig zu erfassen geschweige denn zu lösen. Wir sehen laufend Bilder von brennenden Wäldern, schmelzenden Eisbergen, auftauenden Permafrostböden, immer häufigeren Wetterextremen, lesen vom raschen Aussterben unzähliger Tier- und Pflanzenarten. WissenschaftlerInnen erklären uns die Zusammenhänge mit dem Klimawandel und trotzdem geschieht nur wenig, um die Katastrophe zu verhindern.


"Beispiellose Veränderungen aller Aspekte gesellschaftlichen Lebens werden notwendig sein, um die schlimmsten Effekte des Klimawandels zu vermeiden."
Aus dem Bericht zu den Nachhaltigkeitszielen der UNO 2019

Wir haben offenbar Schwierigkeiten mit dem Thema: Wie können wir Wetter von Klima unterscheiden? Ist doch schön, wenn es warm ist! Wieso sollten wir uns heute einschränken, damit künftige Generationen in 30 oder 40 Jahren davon profitieren, wieso wir und nicht die Amerikaner oder die Chinesen? Was kann ein/e Einzelne/r schon ausrichten? Ist es wirklich so schlimm? Gibt es nicht auch einige Berichte, die lediglich Geldmacherei vermuten?


"Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel am eigenen Leib spürt, und die letzte Generation, die etwas dagegen tun kann... wir haben nur einen Planeten... und es gibt keinen Plan B."
Barack Obama 2015 (vor COP21 in Paris)

Es geht letztlich um die Spezies ‚Mensch‘, nicht um den Planeten. Die Erde wird auch (gut) ohne Menschen auskommen. Solange wir allerdings unsere Natur als unsere Lebensgrundlage zerstören, bedrohen wir in Wahrheit unser eigenes Leben, jedenfalls das unserer Kinder und Enkelkinder. Vielleicht sollten wir die Klimaerwärmung besser Klimakrebs nennen, damit uns allen klar wird, dass die Lage ernst ist und bald irreversibel sein könnte. Eine Erwärmung um +2°C gilt als ‚Point Of No Return‘. An diesem Kipppunkt ist die Menschheit wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, selbst mit drastischsten Rettungsaktionen eine globale Hochtemperaturphase mit dramatischen Folgen für das menschliche Leben zu verhindern. 

Derzeit sind die Folgen des Klimawandels paradoxerweise vor allem in Regionen bemerkbar, die besonders wenig zu den Veränderungen beigetragen haben (Polargebiete und Südpazifik). In den wohlhabenden Staaten Europas, der USA und China, die zusammen den weitaus größten Teil der CO2-Emissionen verantworten und historisch am stärksten vom Raubbau an der Natur profitiert haben, prägen sich die Folgen nur langsam und für viele kaum merklich aus. Dort wird der menschengemachte Klimawandel auch gerne verharmlost und verleugnet – durch gezielte Desinformation, finanziell üppig gefördert von der fossilen Brennstoffindustrie.


"Erde bei Klimaerwärmung auf Worst-Case-Kurs. Momentane Richtung +3°C bis +5°C"
Proceedings of the National Academy of Sciences – August 2020

 

Dabei sagt uns die Wissenschaft, dass wir rasch handeln müssten: Um die Erderwärmung auf +2°C (idealerweise 1,5°C) zu begrenzen, haben wir keine Zeit mehr zu verlieren, die Emission von Treibhausgasen bis 2050 auf Null zu reduzieren. Das wird mit jedem Tag schwieriger: Je länger wir zuwarten, desto drastischer die nötigen Maßnahmen!

Denn über 90% des 'Carbon-Budgets für eine Erwärmung von max. 1,5° C' haben wir bereits verbraucht!