Risiken konventioneller Investments


"Es ist verrückt, in fossile Branchen zu investieren, obwohl genau diese die Zukunft gefährden, für die wir sparen!"
Robert Zepnik @ ZEPCON GmbH

 

Physische Risiken

Nicht nachhaltige Entwicklungen in der realen Welt können negative Auswirkungen auf das Investment haben.

Denke nur an die verheerenden Waldbrände der letzten Zeit oder schmelzende Gletscher und deren Auswirkungen auf Tourismus und Städte; oder an Umweltrisiken: Der Brand auf der Bohrinsel Deepwater Horizon hat die Aktien von BP um 43% sinken lassen. Steigende Meeresspiegel bedrohen z.B. Industrieanlagen und -einrichtungen, be- oder verhindern die Nutzung von Transportwegen für Material und Arbeiter usw.


Transitionsrisiken

Die Transition zu einer nachhaltigeren Wirtschaft könnte negative Auswirkungen auf das Investment haben.

Wenn viele Investoren binnen kurzer Zeit beschließen sollten, Produzenten thermischer Kohle aus ihren Portfolios zu eliminieren, wäre ein Kursverfall solcher Aktien sehr wahrscheinlich. Eine Vielzahl an Unternehmen ist heute sehr kohlenstoffintensiv. Nicht nur Ölfirmen, Fluglinien etc. wären von einer CO2-Bepreisung betroffen.

Die Europäische Zentralbank (EZB / ECB) hat erst im September 2021 eine Studie zu den Risiken der Erderwärmung auf die europäische Wirtschaft publiziert

Dort sieht sie bspw. österreichische Firmen eher Transitions- als physischen Risiken ausgesetzt:

Risiken_transition_physical_EZB.png

Rechtsrisiken

Global steigt die Zahl an Gerichtsverfahren, wo eine Änderung des Verhaltens einzelner Unternehmen oder von Regierungen verlangt wird. Doch auch ein Verbot von Einwegplastik oder einfach nur strengere Vorschriften zur Vermeidung von Steuerflucht haben Auswirkungen auf Unternehmen und damit auch auf Investments.


Reputationsrisiken

Boykottaufrufe an Konsumenten zum Beispiel, gewisse Produkte oder Dienstleistungen NICHT mehr zu kaufen (Fleischproduktion unter widrigen Bedingungen, Kinderarbeit in der Modebranche) können ganze Geschäftsmodelle bedrohen.


CO2-Preise und soziale Kosten

Der Preis für emittiertes CO2 wird in Österreich bis 2025 von € 30,- auf € 55,- pro Tonne steigen. Jüngste Berechnungen legen noch wesentlich höhere Preise für 2021 (€ 201,-) nahe. Das wären die aktuellen ‚sozialen Kosten‘, die alleine durch steigende Temperaturen verursacht werden. Nicht eingerechnet sind da Schäden durch Wetterextreme, steigende Meeresspiegel, der Verlust von Ökosystemen, das Aussterben unzähliger Arten oder auch mögliche Gewalt bzw. Konflikte auf Grund der Migrationsströme, die durch den Klimawandel ausgelöst werden! Würden wir die Wohlfahrt künftiger Generationen gleich gewichten, wie die heutiger, dann lägen die ‚sozialen Kosten‘ 2021 bereits bei rd. € 695,-pro Tonne CO2!

Jedenfalls sind diese Risiken groß genug, dass sie als potentiell destabilisierend für das Finanzsystem angesehen werden. Für dich als Investor allemal ein Grund, deine bestehenden Investments auf diese Risiken zu überprüfen und auf nachhaltige Investments umzusteigen.